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Da schlägt das Herz eines jeden Autoliebhabers schneller, wenn er die Schwelle zum Automuseum in der Alten Feuerwache überschritten hat: Hier reihen sich eine feuerrote Corvette, ein Käfer-Cabriolet und eine BMW Isetta aneinander. Hier kann man Autotechnik live erleben und einen Ausflug in die Vergangenheit der Automobiltechnik machen.
Wenn man auf dem weichen Sitz des weißen Mercedes B 180 mit der Ponton-Karosserie Platz nimmt, sinkt man ein wenig ein, das ganze Gefährt wackelt und man bekommt ein Gespür dafür, wie das Autofahren in den 1960er Jahren gewesen sein muss. Das große weiße Lenkrad, in den der Blinker direkt integriert ist, und sich der Schalthebel in Armhöhe und nicht vor der Handbremse befindet, versetzen die Besucher in ein Jahrzehnt, dass viele nur aus dem Fernsehen kennen. Das Automuseum zeigt Karossen und deren Technik zum Anfassen.
Oldtimer, egal ob Fahrräder, Motorräder oder Autos, waren schon immer Manfred Jesses Leidenschaft. Daher hatte der Ibbenbürener als es um die Zukunft der alten Feuerwache in Ibbenbüren ging, die zündende Idee: Anstatt das Gebäude abzureißen, wie es der Rat ursprünglich angedacht hatte, könnte man hier ein Automuseum eröffnen. Die Politik war schnell überzeugt und so nutzte der ehemalige Autohändler und Werkstattbetreiber seine guten Kontakte zu vielen Oldtimerbesitzern in Ibbenbüren und überzeugte sie davon, dass es schöner ist, seinen historischen Wagen im Automuseum zu zeigen, als wenn er nur in der privaten Garage steht. So trug Jesse insgesamt 40 Exponate zusammen, die er als Dauerleihgaben im Museum der Öffentlichkeit kostenfrei zugänglich macht. Geöffnet ist täglich zwischen 9.00 und 21.00 Uhr. Etwa 1.000 Besucher haben sich die interessante Ausstellung bereits angesehen.
Das älteste Stück des Museums ist eine BMW aus dem Jahr 1918. Begeistert öffnet Jesse die Motorhaube, die noch seitlich auf geht, und zeigt das Innenleben des Oldtimers. „Hier musste man noch mit einem Messstab testen, wie viel Kraftstoff noch im Tank ist. Eine Tankuhr gab es damals noch nicht“, erklärt er. Das fast 100 Jahre alte Fahrzeug hat noch eine Straßenzulassung und wird an trockenen Sommertagen auch noch von seinem Besitzer ausgefahren. Doch nicht nur Autos, sondern auch Fahrräder, Mopeds, Roller und Motorräder mit einer lagen Geschichte können hier bestaunt werden. Stolz ist der Museumsleiter besonders auf ein Motorrad der Marke Wanderer aus dem Jahr 1925. „Autofirmen wie VW werben heute damit, dass sie Vier-Ventil-Motoren anstatt Ein-Ventil-Motoren in ihre Modelle einbauen. Das hatte dieses Motorrad damals schon“, grinst Jesse. „Das Motorrad ist eine richtige Rarität.“
Staunen kann der Besucher auch über ein Fahrrad ohne Kette. „Wie mag das wohl funktionieren?“ fragt man sich. „Das Rad stammt aus dem Jahr 1933 und war damals richtig innovativ. Anstatt einer Kette wurde es mit einer Kardanwelle angetrieben“, erklärt Jesse. So hat jedes Exponat seine kleine Geschichte die der Museumsleiter Besuchern auch gerne erzählt, wenn er da ist. Dann klärt er über die Technik der alten Schätzchen auf oder zeigt eine Zündung oder einen Motor. In einer kleinen benachbarten Werkstatt übernimmt der ehemalige Autohändler, der seinen Betrieb an seinen Sohn weitergegeben hat, Reparaturen und Restaurationen von Oldtimern.
Derzeit läuft noch eine Sonderausstellung mit Einradanhängern, die von einem Museum in Köln ausgeliehen sind. Mit viel Liebe zum Detail wurde hier eine kleine Landschaft geschaffen, in der die Einradanhänger an kleine BMW Isetta angehängt wurden. „Zu der Zeit, als die Familie zu groß und das Auto zu klein wurde, war das eine Möglichkeit, Gepäckstücke mit in den Urlaub zu transportieren.“ Die Ausstellung ist noch bis Februar zu sehen. Danach hat Manfred Jesse eine neue Sonderausstellung ins Auge gefasst: „Dann soll es um Landwirtschaft und Traktoren gehen“, verrät er schon mal.
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Autor: Daniela Lepper Eingestellt am: 5. Dezember 2011, 15:36 Uhr Eingestellt unter: Sehenswert |
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| Abgedruckt in: Stadtjournal Ibbenbüren, Ausgabe 14 Alle Artikel aus dieser Ausgabe |
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